Anna Graber

Anna Graber

Museum Neuthal Textil- & Industriekultur

Das Café des Visions - eine Café-Lounge, die in einen Fahrradanhänger passt - reiste diesen Sommer durch das Zürioberland. Wo immer es Halt machte, wurde für kurze Zeit ein mobiler Dorfplatz errichtet. In Wetzikon, Pfäffikon, Uster und Rüti diskutierten die Cafégäste über die Zukunft der Gemeinde und der Region. Am Ende dieser Entdeckungsreise steht das Kunstlokal Festival, an dem Anna Graber alle gesammelten Ideen zu einer Sternenkarte des Zürioberlandes zusammenfassen wird. Diese Karte, die am 2. Oktober im Museum Neuthal präsentiert wird, ist von den gesammelten Bedürfnissen und Wünschen der Menschen in der Region inspiriert.

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Anna Graber inszeniert Kommunikationsräume für Aushandlungsprozesse über die Gestaltung des städtischen Lebens und des urbanen Raums. In Zusammenarbeit mit Stadtverwaltungen, Kulturinstitutionen, Universitäten und Festivals im In- und Ausland gestaltet sie Räume, in denen Zukünfte antizipiert und erprobt werden.

Celia Längle

Celia Längle

Klangmaschinen Museum

«a smell rises» setzt sich mit den Musikautomaten des Klangmaschinen-Museums auseinander. Die Entstehungszeit der Musikautomaten ist geprägt von der ersten industriellen Revolution. In dieser Zeit steht ein Weltbild im Zentrum, das einer privilegierten Schicht Macht über andere Menschen und technische Errungenschaften zugesteht. Konzepte wie Produktivität und Massenkonsum treten in den Vordergrund. In ihrer künstlerischen Praxis untersucht Celia Längle soziokulturelle Verflechtungen und deren Codierungen. Im Vordergrund dieser Arbeit steht daher eine transformative Begegnungsebene mit dem historischen und sozialen Kontext der Sammlung. Die Installation ist eine Umkehrung hin zu einer kontemplativen und empatischeren Begegnung mit den Automaten und eine Aufweichung der Grenzen zwischen Maschine und Mensch.

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Celia Längle ist eine Künstlerin mit eine transdisziplinären Hintergrund. Ihr künstlerische Prozess ist allem ein kombinatorischer Prozess, der Beobachtungen und Konstrukte aus ihrem ursprünglichen Rahmen herausgelöst, neue Gegenüberstellungen schafft und dadurch neue Bezüge, Bedeutungen und Erfahrungsräume generiert. Es ist ein Prozess der Dekodierung und Rekodierung, der Transformation und Deterritorialisierung.

Kira van Eijsden

Kira van Eijsden

Museum Wetzikon

Ausgehend von den Materialien und der aktuellen Ausstellung im Museum Wetzikon realisiert Kira van Eijsden eine wachsende Installation, die sich auf die Fäden und Strümpfe der Idewe-Fabrik bezieht. Inspiriert von meterlangen Netzstrümpfen spinnt diese Arbeit Fäden zu den Theorien und Ideen von Donna Haraway, die sich um ihren Begriff des Tentakulären Denken dreht. Die Welt soll durch Anfassen, Fühlen, Ausprobieren wahrgenommen werden. Tentakel stehen dabei für das Andere, das Nicht-Menschliche, und werfen die Frage auf: Wie kann eine Wahrnehmung, die nicht zweiarmig, zweiäugig und einhirnig ist, sondern vielarmig und vielhirnig, andere Formen des Wissens hervorbringen? Fragen nach Perspektiven kommen auf - wer erzählt welche Geschichten? Was wäre möglich, wenn …?

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Kira van Eijsden setzt sich mit feministischen Themen und Selbstermächtigung auseinander und hinterfragt dabei die Narrative und Perspektiven des immerwährenden Patriarchats und seiner Auswüchse. In ihrer Arbeit verwendet sie die Medien Performance, Installation, Video, Musik, Text und Malerei. Getreu dem Motto: Gemischte Gefühle, gemischte Medien.

Leandra Agazzi

Leandra Agazzi

Museum am Pfäffikersee

Weidenruten wurden traditionell zum Korbflechten verwendet, auch wenn dieses Handwerk inzwischen etwas in Vergessenheit geraten ist. Ihre Biegsamkeit, wenn sie in Wasser gelegt werden, macht die Weidenruten zu einem idealen Material für die Bearbeitung. Mit Weidenruten aus der Region hat Leandra Agazzi die Neststruktur auf dem Dach, «Care Less» und das Gemälde, «Map your Thoughts», das im Museum am Pfäffikersee zu sehen ist, geformt. Ein spielerischer Dialog zwischen organischen und technischen Abläufen reibt sich in den Werken. Die digitale, lineare Sichtweise der Welt, vorgegeben durch das Raster, vereint mit der sinnlichen und vergänglichen Körperlichkeit der gewählten Materialien, bildet den Kern der Arbeiten.

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Leandra Agazzi kombiniert handwerkliche Techniken und natürliche Materialien, die ihre eigene «Geschichte» haben. In ihren installativen und skulpturalen Arbeiten kombiniert sie diese Materialien mit digitalen zeitgenössischen Themen. Zu den Themen, mit denen Agazzi arbeitet, gehören die Komplexe der Technologie, der Ordnung und der Wunsch, die Welt zu animieren und sie neu zu beleben.

Leonie Brandner

Leonie Brandner

Nähmaschinen-Museum

Die Arbeit «Vom Löwen Zum Zahn» spinnt eine sagenumwobene Geschichte von kulturellen, botanischen und historischen Begegnungen vom Löwen und Löwenzahn. Eine Geschichte, die von der Sonne geblendet ist, vom Brüllen von Löwen bebt und auf unseren Wiesen gedeiht. Viele Blumen, manche prächtiger und andere schlichter, von der Rose zur Lilie, vom Mohn zur Seerose, zur Enzian, Edelweiss und Margeriten haben Nähmaschinen zur unterschiedlichen Zeiten der Nähmaschinengeschichte dekoriert – nicht so der Löwenzahn. Der auf unseren Wiesen allgegenwärtige Löwenzahn, mit seinen prall gelben Blütendolden, seinen gezackten Blättern und langen Pfahlwurzeln, ist auf keiner Nähmaschine zu finden. Ganz im Gegensatz zu seinem Namensgeber, dem Löwen, der in unzähligen Formen Nähmaschinen schmückte.

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Leonie Brandner interessiert sich für Materialitäten und Texturen von Geschichten, wie Objekte Geschichten enthalten können und wie Materialien in narrative Erfahrungen von Momenten eingebunden werden. Ihre Arbeit ist beeinflusst von Botanik, feministischen Praktiken, von Geschichten, die von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden, und einer ökologischen Fürsorge, die wir unserer Umwelt zukommen lassen.

Lourenço Soares

Lourenço Soares

Sauriermuseum Aathal

Lourenço Soares präsentiert ein Video-Essay in einem der verborgeneren Räume des Sauriermuseums und setzt diese Arbeit in Beziehung zum ausgestellten Stegosaurus. Die Arbeit wirft einen Blick auf die Beziehungen zwischen der Geschichte der Repräsentationen von Dinosauriern und den verschiedenen Stadien des Kapitalismus. Vor einem gerasterten Hintergrund, der an Skizzen von paläontologischen Fundorten erinnert, werden eine Reihe von Texten, die diese Phasen des Kapitalismus beschreiben, mit Illustrationen spezifischer Modelle von Dinosaurierbildern zusammengebracht. Der Künstler betrachtet den Dinosaurier als eine spekulative Figur, die oft der Entwicklung politischer Ideologien folgt, insbesondere derjenigen, die mit Erzählungen über Macht, Geschlecht, den freien Markt, Obsoleszenz und Aussterben verbunden sind.

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Lourenço Soares ist ein Research-Based Künstler, der mit Wissensökologien arbeitet. Seine Arbeit ist inspiriert von spekulativer Fiktion und Dekonstruktion und konzentriert sich auf die Art und Weise, wie westliches Wissen die Natur repräsentiert.

M4 – eine musische Halbklasse der Kantonschule Zürcher Oberland

M4 – eine musische Halbklasse der Kantonschule Zürcher Oberland

Museum Wetzikon – Garten

Die M4 wirft einen geschärften, feministischen Blick auf die Industriegeschichte von Wetzikon. Ganz unverfroren wühlen sie durch die Entstehung der visuellen Identität von Idewe. Von 1843 bis 2008 wurden auf dem Idewe-Areal Seidenfäden gefärbt und gezwirnt. Im Jahr 1902 war Idewe die erste Strumpffabrik der Schweiz. Clichés (Stempeldrucke) und Werbefilme der Firma sind der Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Recherche, die grafische Elemente als Zeitzeugen erkennt und sie gleichzeitig im Hier und Jetzt dekonstruiert und verdreht. Dabei legen die Schülerinnen einen besonderen Blick auf die Art und Weise der Inszenie- rung des weiblichen Körpers. Sie tragen ihre Beobachtungen in den öffentlichen Raum und entwickeln im Garten des Museum Wetzikon eine übergrosse Skulptur aus diversen Materialien. Die Skulptur stellt eine Mülltonne, aus der Frauenbeine herausragen, dar. Im Laufe der Zeit wird die Skulptur noch wachsen. Im Verlauf des Unterrichts kreieren die Schülerinnen neue Interpretationen der Brand von Idewe. Sie gestalten Logos, Slogans und grafische Elemente, die an der Geschichte von Idewe angelehnt sind. Diese Designs werden als Sticker ausgedruckt und an der Mülltonne angebracht. Die Schülerinnen haben sich lange mit der Gestaltung einer Skulptur und auch dem Hintergrund befasst. Der Grundgedanke war Werbung. Oftmals wurden Frauen übermässig sexualisiert und mit unrealistischen und rassistischen Schönheitsidealen konfrontiert. Die Frau, die in der Tonne steckt, symbolisiert, dass man diese Werbung einfach in die Tonne werfen soll. Mit den Stickern zeigen die Schülerinnen einen neuen Ansatz, wie Werbung aussehen kann.

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M4, eine musikalische Halbklasse der KZO ist ein Kollektiv bestehend aus Caitlin, Noemi, Lynn, Cecilia, Emily, Janine, Sophie, Jasmin, Meret, Selina und Lara. Ihre Lehrerin für Bildnerisches Gestalten, Miriam Strauss, begleitet ihre kreativen Entdeckungen. Die Schülerinnen im Alter von 14 bis 17 Jahren kommen aus der Region und haben doch ganz unterschiedliche Hintergründe.

Miriam Strauss

Miriam Strauss

Offene Jugendarbeit Wetzikon – Kunstresidenz

Aus unversehen Gründen kann das Projekt leider nicht durchgeführt werden. Wir danken allen für ihre Initiative und Kreativität und werden uns freuen auf eine zukünftige Zusammenarbeit. Miriam Strauss besetzt während des Festivals ein Atelier in der Offenen Jugendarbeit in Wetzikon. Im Rahmen der Residenz führt sie ihre Malerei weiter und tauscht sich regelmässig mit den Besucher:innen aus. Dazu gehören die wöchentlichen Abendtreffen am Mittwoch, die auch für Jugendliche zugänglich sind. In ihrem Atelierraum baut die Künstlerin einen raumfüllenden Irrgarten aus Latten und Holzbrettern auf, das gemeinschaftlich bemalt werden kann. Der Irrgarten bietet die Möglichkeit, sich zu verstecken oder sich zurückzuziehen. Die Besucher:innen können auch einfach darin verweilen. Als Treffpunkt für Jugendliche mit all ihren Geschichten bietet der von der Künstlerin konstruierte Irrgarten einen sicheren Raum. Während ihrer Residenz wird Miriam Strauss auch an einer Serie von Porträts arbeiten, die exemplarisch für die Wertschätzung der unsichtbaren oder vergessenen Persönlichkeiten des Zürcher Oberlandes stehen, die mit weniger gesellschaftlichen Privilegien die Region geprägt haben und weiter prägen.

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Miriam Strauss beschäftigt sich mit Kitsch, Niedlichkeit und Motiven in der Malerei. Ihre künstlerische Arbeit eröffnet einen Prozess, der zunächst in die Abstraktion und schließlich ganz nah an das Material führt. Vegetation, Üppigkeit und Sehnsucht tauchen immer wieder in ihrer Bildwelt auf. Dabei sucht sie nach nicht-hierarchischen Darstellungsformen, um Beziehungen zu nicht-menschlichen Lebensformen auszudrücken.

Olivia Abächerli

Olivia Abächerli

in Partnermuseen vorhanden

«Zürcher Oberland (Eine Karte)» präsentiert eine vielschichtige Landkarte der geografischen Umgebung des Festivals. Mit ihrer eigenwilligen Bildsprache und der Verwendung eines kodierten Indexes lädt Olivia Abächerli das Publikum ein, die verwobene Industriegeschichte und Landschaft der Region zu erkunden. Sie betrachtet die Bedeutung der Textilindustrie im Zürcher Oberland für die Schweiz mit einigen der ersten Fabriken im Lande. Ausgangspunkt für diese Arbeit ist die Recherche «Neutraler Hintergrund» der Künstlerin, die eine grafische Auseinandersetzung mit den historischen Wirtschaftsbeziehungen der Schweiz unternommen hat.

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Olivia Abächerli forscht zu Multiperspektivitäten und Exponentialitäten politischer und historischer Narrative. Indem sie dokumentarisches Material (z. B. Video) mit (oft animierten) Zeichnungen überlagert, versucht sie komplexe Zusammenhänge zu entwirren und transformieren, um sie auf einer affektiven Ebene lesbar zu machen.

Patricia Meier

Patricia Meier

Museum Eva Wipf

Ende und Anfang, Tod und Wiedergeburt, das Alte wird Neu. Patricia Meiers Intervention innerhalb und ausserhalb des Museums Eva Wipf setzt sich mit dem Phänomen des Countdowns auseinander. Wir zählen den Countdown für den Start des neuen Jahres, für den Abschuss einer Weltraumrakete, für den Beginn eines Wettbewerbs oder für das Ende der Welt. Es ist eine Geste der Erwartung und Spannung, denn wir warten auf das, was sich als Nächstes ereignen wird. Einer der Zitteraltäre von Eva Wipf dient als Inspiration für dieses Werk. Der Basso continuo ist in der Reihenfolge eines Countdowns geschrieben (9 8 7 6 5 4 3 2 1 0) mit den begleitenden Worten, die folgen: «(...) SING IHM ENDLICH DAS NEUE LIED» Die Künstlerin setzt diesen Countdown in Beziehung zu Eva Wipfs Beschäftigung mit Tod und Wiedergeburt. Die Sehnsucht nach einer Veränderung, nach einem Neuanfang.

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Patricia Meier thematisiert in ihren Sound- und Videoarbeiten die Eigenheiten des Alltags. In ihrer künstlerischen Arbeit sucht sie nach der Narration im Alltäglichen und spielt mit deren Inszenierung durch künstlerische Methoden und Kontexte.

Projekt F Uster – machen und teilhaben!

Projekt F Uster – machen und teilhaben!

Ausstellung im Zeughausareal Uster – K2

Projekt F ist ein partizipatives Kunstprojekt und eine adaptive Kunstinstallation, die sich zur Aufgabe gemacht hat, in 100 Tagen ein Konzept und einen kollaborativen Arbeitsprozess zu den Themen Sammeln, Identität und Gemeinschaft zu entwickeln. Seit Anfang Juni 2022 hat sich eine Kerngruppe von Akteuren, darunter Andreas Thiele, Samira Jad, Carmen Sopi, Karin Borger, Loris Volkart, Carmen Guse, Christa Zuberbühler, Heidi Cechmann, Dante Simonitti, Roman Stenzel und Verena Dummermuth zusammengefunden, um Projekt F Uster - machen und teilhaben! zu entwickeln. Das Resultat dieser Zusammenarbeit wird während einer 2-wöchigen Aktionsphase in Form einer Ausstellung im Erdgeschoss des K2 Zeughausareal Uster präsentiert. Diese Ausstellung soll erlebt und gelebt werden, und lädt die Besucher:innen ein, zu agieren, den Raum zu manipulieren und so selbst Teil des Prozesses zu werden.

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27. August - 10. September, K2 Zeughausareal Uster Aktionsphase: Erweiterung der Installation, Interaktion und Dialograum Montag-Freitag: 17-22 Uhr & Samstag/Sonntag: 10-22 Uhr

Ronja Römmelt

Ronja Römmelt

Museum Neuthal Textil- & Industriekultur

Ronja Römmelt lanciert ihr dreijähriges künstlerisches Forschungsprojekt «m2Körper einer Gemeinschaft» im Museum Neuthal. Grundlage der Arbeit ist eine von der Künstlerin eigens entwickelte Methode, bei der sie die soziale Gemeinschaft um sich herum darstellt und dokumentiert. Römmelt bringt diese Beziehungen durch eine m2-Fläche in Form eines Layouts zum Ausdruck und erschafft dadurch einen skulpturalen Körper im Raum. Familienmitglieder, Freunde, Kollegen und Bekannte sind eingeladen, Teil des künstlerischen Forschungsprojekts zu werden. Mit «m2Körper einer Gemeinschaft» lädt die Künstlerin dazu ein, gemeinsam über die Dynamik einer sozialen Gemeinschaft und die Verantwortung, die wir als Individuen für eine Gemeinschaft tragen, zu diskutieren.

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Das künstlerische Schaffen von Ronja Römmelt umfasst eine grosse Medienvielfalt, die sich in Performances, Installationen, partizipativen Werkreihen und Videoarbeiten äussert. Die Triebkraft ihrer Arbeiten liegt in der vielschichtigen Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper, unserer Gesellschaft und gegebenen Verhaltensnormen.

Stefanie Knobel

Stefanie Knobel

Museum Neuthal Textil- & Industriekultur

«The Soaking Space» besteht aus grossen, weissen mit transparentem Silikon bestrichenen Baumwollstoffen, die in der ehemaligen Baumwollspinnerei Adolf Guyer-Zeller (heute Museum Neuthal) installiert werden. Bereits in vorgängigen Arbeiten schreibt die Künstlerin der Baumwolle Lebendigkeit zu, in dem sie mit ihr in aktiven Wörtern spricht. Durch den historischen Einfluss, den die Baumwolle bei der Entstehung von Plantage, Heimindustrie, Fabrik und dem damit verbundenen Netzwerk von kolonialen Handelsgeschichten ausübte, hat die Pflanze eine Kraft als Material und Mittel erlangt. Die Installation eröffnet einen Reflexionsraum, der für Knobel zugleich ein Wieder- und Neubeginn ihrer Auseinandersetzung mit der Textilgeschichte im Zürcher Oberland stehen wird. Die «Soaking Space Scores» sind choreographische Handlungsabfolgen, die aus dem “eingeweichtem Raum” im Museum Neuthal hervorgehen. Sie bringen den Körper in verlorene und zukünftige Beziehungen zum Webstuhl, der Heimindustrie, dem Wasser und der Landschaft und ihrer Bewirtschaftung

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Stefanie Knobels transdisziplinäre Arbeiten folgen einem polyphones Atem, der die technogenen Substanzen in unseren entfremdeten Körpern einholt und Zukünftsimaginationen hervorbringt, die noch gewebt werden müssen. Das Textile und das Taktile überkreuzen sich und lassen die Vergangenheit in der Gegenwart mitschwingen.

fljnc - ein Künstlerinnengewächs

fljnc - ein Künstlerinnengewächs

Zentrum Uster & Museum Neuthal Textil- & Industriekultur

fljnc bewirtschaftet eine mobile Textilindustrie. Ihr Label heisst «Spinnereien». Das fünfköpfige Frauenkollektiv will neue Fäden für eine gute Zukunft spinnen. Im Rahmen eines Teilnahmeaufrufs sammelt fljnc Erzählstoffe der Bewohnenden. In einer zweitägigen Aktion inszeniert das Kollektiv eine performative Spinnerei, in der diese Stoffe und ihre Geschichten zum Leitfaden werden. Spinnerei 1 findet im Stadtzentrum von Uster statt. Die gesammelten Stoffstücke werden in einem performativen Prozess zusammengenäht und ihre innewohnenden Geschichten nahtlos zu einem grossen Stoffknäuel aufgefädelt. Am nächsten Tag verspricht die Spinnerei 2 einen performativen Stoffwechselmarathon im Kohlenmagazin des Museums Neuthal. Hier wird das Textilmobil fljnc die Monsterknäuel auf Spulen verarbeiten und lädt anschliessend zum Stofftwechselbrunch ein.

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Franziska Wüsten, Lena Estermann, Judith Spiess, Nicole Heri und Carolina Gut lernten sich zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten unter besonderen Umständen kennen – durch Freunde und Freunde von Freunden. Jedes Mitglied von fljnc verfolgt auch eine eigene künstlerische Praxis, sei es in den Bereichen Theater, Musik, Fotografie, Video, Bildende Kunst, Performance oder auch Kunstvermittlung. Grenzen sind fließend, Gemeinsames wird bewusst gestärkt, Gegensätzliches oder Fremdes findet neue Mischungen.